| |
 |
Kathrine Kressmann Taylor, die Autorin des packenden Dramas einer Freundschaft in politisch dunkler Zeit, verfasste diese Korrespondenz bereits 1938. Die Veröffentlichung im selben Jahr durch die New Yorker Zeitschrift "Story" löste damals einen Sturm der Begeisterung aus. Anlässlich der deutschsprachigen Erst- veröffentlichung im Jahre 2001 (!) resümierte Elke Heidenreich: "Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zuviel, keines fehlt. Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben."
"Adressat unbekannt" stellt die Frage: An wen soll sich der Mensch noch wenden, wenn alles Menschliche verstummt ist? Alexander Netschajew und sein Münchner Kollege Sebastian Hofmüller machten aus der Vorlage von Kressmann-Taylor ein wirklich beklemmendes Kammerspiel, das einem den Atem stocken ließ." (Starnberger Merkur, 11.11.2009)
Im Publikum herrscht konzentrierte Stille, eine große Spannung liegt in der Luft, und tatsächlich ist dieser Briefwechsel, bei aller Beklemmung, spannend wie ein Krimi." (Süddeutsche Zeitung, 24.04.2007)
Die Zuhörer wurden mit einer Lesung belohnt, die eigentlich ein Zwei-Personen-Theaterstück war. Eigentümlich nahe kamen dem Publikum die Zeit um 1933 und die beiden Briefeschreiber, zwei Freunde und Geschäftspartner, einer in San Francisco, einer in München, die einander in aufrichtiger, inniger Freundschaft zugetan sind. Alexander Netschajew als als der amerikanische Jude Max Eisenstein und Sebastian Hofmüller als sein deutscher Partner Martin Schulze gestalten die Lesung packend und lebendig. Es gelingt Hofmüller, die allmähliche Begeisterung und schließlich völlige Verblendung seiner Figur durch die geistige Strömung des Nationalsozialismus glaubwürdig und nachvoll- ziehbar darzustellen. Ebenso ergreifend war Netschajews Verkörperung des Max Eisenstein, dessen aufrichtige Freundschaft sich in Fassungslosigkeit und Ungläubigkeit, zuletzt aber in tödliche Rache wandelt. (Landsberger Tagblatt, 03.02.2010)
Mit "Adressat unbekannt" brachten Alexander Netschajew und Sebastian Hofmüller dem Publikum ein Stück Zeitgeschichte nahe, wie es präziser kaum möglich ist. (Ammersee-Kurier, 30.04.2010)
|